Drogennotfall

Erste Hilfe

Notfallnummern

Rettung

144

Euro - Notfruf

122

Vergiftungszentrale

01 4064 343

In Notfällen immer die Rettung verständigen !
Mitarbeiter*innen der Rettung stehen unter Schweigepflicht.
Es stimmt nicht, dass die Rettung auch gleich die Polizei verständigt!

Informationen an die Rettung

  • 1. Wo ist der Notfallort ?
  • 2. Was ist geschehen (beschreibe die Symptome)
  • 3. Wie viele Menschen sind betroffen?
  • 4. Wer ruft an? (Namen und Telefonnummer für eventuelle Rückrufe angeben)
Bleibe unbedingt bei der Person !
Lass dir vom Betroffenen schildern, was und wie viel er eingenommen hat, damit im Falle einer Verschlechterung Sanitäter*innen oder Ärzt*innen rasch und professionell helfen können.

Was tun bei Kreislaufproblemen ?

  • 1.Kreislaufprobleme zeichnen sich durch Blässe, plötzliche Schweißausbrüche und einen kaum fühlbaren Puls aus.
  • 2.Personen mit akuten Kreislaufbeschwerden klagen über Übelkeit, Schwäche, Schwindel, vielen wird schwarz vor Augen.
  • 3.Betroffene/n an die frische Luft bringen, hinlegen, Beine hochhalten oder hoch lagern und einige Zeit ruhig liegen lassen. Bei der betroffenen Person bleiben und Bewusstsein beobachten.
Sollte sich der Zustand nicht bald bessern, medizinische Hilfe holen !

Was tun bei Bewusstlosigkeit ?

Bei Bewusstlosigkeit auf jeden Fall die Rettung (144) rufen !
Bewusstlos ist jemand, der auf Ansprechen und kräftiges Zwicken in den Handrücken nicht mehr reagiert.
Kontrolliere die Atmung!
  • 1.Schau in den Mund der Person, ob Erbrochenes oder Fremdkörper die Atmung behindern und räume den Mund ggf. frei
  • 2.Überstrecke den Kopf der Person
  • 3.Halte dein Gesicht über Mund und Nase, fühle den Atem. Schau zusätzlich auf Bewegungen des Brustkorbs
  • 4.4. Wenn der Betroffene regelmäßig atmet, bringe ihn in die stabile Seitenlage.

Was tun bei Atemstillstand ?

Keine Angst, du kannst nichts falsch machen. Atmet ein Mensch nicht mehr, können Notruf und Herzdruckmassage lebensrettend sein!
Wenn du durch Fühlen oder Hören keine Atmung feststellen kannst:
  • 1. Rufe um Hilfe - Rettung 144 und weitere Personen
  • 2. 30 Herzdruckmassagen - evtl. gefolgt von 2x Beatmen - Beatme (möglichst mit Beatmungstuch!) die Person durch Mund-zu-Mund-Beatmung 2 x und kontrolliere danach wieder die Atmung
  • 3. Defibrillator benutzen falls verfügbar.
  • 4. Die Reanimation ist so lange fortzusetzen, bis Atmung und Puls stabilisiert sind oder die Rettung eingetroffen ist

Was tun bei Hitzschlag ?

Unter Drogen-Einwirkung (v.a. bei Ecstasy und Amphetaminen) ist der Körper nur eingeschränkt fähig, die Körpertemperatur zu regulieren und kann keine Warnsignale wie Erschöpfung und Durst senden.
Einen Hitzschlag erkennst du an folgenden Symptomen: Gerötete und fühlbar heiße Haut, kein Schwitzen trotz körperlicher Betätigung, Schwindel, Kopfschmerzen, plötzliche Müdigkeit oder Krämpfe in Armen und Beinen.
  • 1.Bringe die Person an einen ruhigen Ort mit frischer Luft. Kühle den Körper mit lauwarmen Wasser oder wickle ihn in feuchte Decken.
  • 2. Die betroffene Person muss so gelagert werden, dass der Kopf oben ist (er/sie soll sich hinsetzen).
  • 3. Wasser, Mineralwasser oder andere Getränke (keinen Alkohol!) geben.
  • 4. Wird die Person ohnmächtig, sollte sie hingelegt, die Beine hoch gelagert werden. Puls und Atmung müssen überwacht werden. Wenn keine Besserung eintritt, Rettungsdienst rufen!

Was tun bei Angst, Panikattacken ?

"bad trip"

Angstzustände und Wahrnehmungsstörungen können durch psychoaktive Substanzen wie LSD, Meskalin aber auch Cannabis ausgelöst werden (Bad-Trip, Horrortrip).
Diese können auch ohne Überdosierung auftreten! Wenn jemand diese Symptome zeigt, ist er/sie wahrscheinlich von der Wirkung der konsumierten Substanz überfordert.
  • 1. Wichtig: Gib der betroffenen Person das Gefühl von Geborgenheit (wenn möglich bekannte, vertraute Personen hinzuziehen).
  • 2. Bringe die Person an einen ruhigen Ort und sorge für ausreichend frische Luft.
  • 3. Ggf. enge Kleidung öffnen, jedoch darauf achten, dass die betroffene Person nicht auskühlt (zudecken).
  • 4. Körperkontakt halten und beruhigend auf sie/ihn einreden. Darauf hinweisen, dass dieser Zustand auf die Drogenwirkung zurückzuführen und vorbei gehen wird ("das geht vorbei", "das ist die Droge und die wird ihre Wirkung verlieren", "ich bleibe bei dir"). Versuche ihre/seine Gedanken in positive Gedanken zu lenken.
  • 5. Oft verlieren die Betroffenen die Orientierung und das Zeitgefühl: sag der Person, wie viel Zeit vergangen ist und wo sie sich befindet. Sage ihr, wer du bist.
  • 6. 6. Bleibe ständig bei der Person!
  • 7. Warme Getränke (Tee) oder Wasser verabreichen (keinen Kaffee oder Energizer).
  • 8. Hyperventiliert der/die Betroffen/e, ist es wichtig, ruhig auf sie/ihn einzugehen und ggf. eine gleichmäßige, tiefe Atmung vorzumachen. Evtl. die Person in eine Papiertüte hineinatmen lassen.
  • 9. Eigen- und Fremdgefährdung vermeiden!
Bei Verschlechterung des Zustandes, rufe unbedingt die Rettung (144)!

Was tun bei Schock ?

Ein Schock zeichnet sich durch blasse, kalte Haut, Pulsrasen, schwachen Puls, Benommenheit, Unruhe und Bewusstlosigkeit aus.
  • 1. Bringe die Person in Schocklage, d.h. in Rückenlage und die Beine hoch.
  • 2. Atmung und Bewusstsein kontrollieren.
  • 3. Achtung: Tritt ein Schock aufgrund von Herzproblemen ein (dicke, hervorstehende Halsvenen), muss der Oberkörper hoch und die Beine tief liegen! Also genau umgekehrt!
  • 4. Versuche der betroffenen Person Flüssigkeit zuzuführen. Dies aber in Maßen und auf keinen Fall Alkohol.
Wenn keine Besserung eintritt: Rettungsdienst rufen!

Was tun bei Krampfanfall ?

Da einem epileptischen Anfall ein plötzlicher Atemstillstand folgen kann, ist unverzüglich die Rettung anzurufen!
Krampfanfälle können verschiedene Ursachen haben, z.B. der gleichzeitige Konsum verschiedener Drogen (Misch-Intoxikation), eine Überdosierung oder ein Drogenentzug (Alkohol, Benzodiazepine, Opiate).
Aber auch Amphetamine oder Kokain können bei zu hoher Dosierung zu Krampfanfällen führen. Dabei verkrampft sich die Muskulatur, Körperteile fangen unwillkürlich an zu zucken, die Augen rollen nach oben, die/der Betroffene fällt plötzlich hin und kann Schaum vor den Mund haben. Urin und Kot können abgehen.
Bis der Rettungswagen kommt, gilt
  • 1. Gefährdende Gegenstände aus dem Weg räumen, damit niemand verletzt wird.
  • 2. Die betroffene Person nicht mit Gewalt festhalten!
  • 3. Weiche Unterlage (Kissen, Jacke, Decke) v.a. unter den Kopf legen, damit der/die Krampfende gepolstert ist und sich nicht verletzt..
  • 4. Dem Krampfanfall folgt häufig ein komatöser Schlaf. In dieser Phase sollte die Person in die stabile Seitenlage gebracht werden. Dabei sollten Atmung und Puls überwacht werden.
  • 5. Achtung: Es können weitere Krampfanfälle folgen, daher auch nach überstandenem Krampfanfall die Notrufnummer 144 anrufen!

Was tun bei Aggressivität, psychotisches Verhalten ?

Der Konsum von Amphetaminen (v.a. Methamphetamin bzw. Crystal Meth) kann – insbesondere in hoher Dosierung – zu unkontrolliertem, aggressivem Verhalten, Verfolgungswahn bis hin zu selbstzverletzendem Verhalten (Auto-Aggression) führen.
Für den Umgang mit aggressiven und / oder akut psychotischen Personen gibt es einige Grundregeln, die eingehalten werden sollten
  • 1. Mit der betroffenen Person im Blick- und Gesprächskontakt bleiben.
  • 2. Körperliche Distanz wahren bzw. (durch langsamen Rückzug) schaffen (2 Meter).
  • 3. Ruhig und gelassen bleiben, dabei bestimmt und entschieden auftreten.
  • 4. Auf Provokationen, Beschimpfungen, falsche Beschuldigungen nicht emotional reagieren: „Ich nehme das jetzt zur Kenntnis und verstehe Deine Aufregung. Wir werden das später klären.“ Keine Diskussion über wahnhaft besetzte Themen, insbesondere nicht „mit Tatsachen überzeugen“ wollen.
  • 5. Kontaktaufnahme durch „Spiegelung“: „Du wirkst sehr aufgebracht!“
  • 6. Hintergründe des akuten Zustandes aufklären: „Was macht Dich so wütend? Wovor hast Du Angst?“ Gesprächsangebot: „Lass uns darüber sprechen!“
  • 7. Die Situation entspannen (u. U. etwas trinken, eine Zigarette rauchen): „Bitte setz dich wieder. Dann können wir ein klärendes Gespräch führen.“ Die Person auffordern, Distanz zu wahren.
  • 8. Auf die eigene Körpersprache achten und eine beruhigende Körperhaltung (Arme und Hände offen, entspannt zurückgelehnt, dem Gesprächspartner zugewandt) einnehmen.
  • 8. Auf die eigene Körpersprache achten und eine beruhigende Körperhaltung (Arme und Hände offen, entspannt zurückgelehnt, dem Gesprächspartner zugewandt) einnehmen.
  • 9. Gelingt es nicht, die Situation so weit zu entspannen, dass das Gespräch fortgesetzt werden kann, sollte Hilfe herbeigeholt werden (Notarzt, Sanitäter, Polizei).
mit freundlicher Genehmigung von mindzone.info