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Safer Sex

Psychoaktive Substanzen können das sexuelle Erleben verändern

Manche Menschen empfinden mehr Lust oder Enthemmung, andere erleben Unsicherheit, Erektions- oder Erregungsprobleme, Schmerzen oder ein vermindertes Gespür für die eigenen Grenzen. Wie Substanzen wirken, ist individuell verschieden und hängt unter anderem von der Art der Substanz, der Dosierung und der Situation ab.

Sex ist nur dann in Ordnung, wenn alle beteiligten Personen freiwillig und bewusst zustimmen. Eine Zustimmung muss jederzeit widerrufen werden können. Wer aufgrund von Alkohol oder anderen psychoaktiven Substanzen nicht mehr in der Lage ist, eine freie Entscheidung zu treffen oder Grenzen klar zu kommunizieren, kann keine wirksame Zustimmung geben. Im Zweifel gilt: Kein Sex.

Nach dem Konsum psychoaktiver Substanzen können dir folgende Punkte helfen:

  • Sprich, wenn möglich, VOR dem Konsum über Wünsche, Grenzen und Verhütung.
  • Achte darauf, dass alle Beteiligten entscheidungsfähig bleiben und ein klares Ja geben können.
  • Verwende Kondome, um das Risiko von sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten (z.B. HIV, Hepatitis, Chlamydien, Syphilis, etc.) sowie einer ungewollten Schwangerschaft zu reduzieren.
  • Auch bei Oralsex können Krankheiten übertragen werden. Denkt also auch hier an ein Kondom oder Lecktuch.
  • Manche Substanzen wie zum Beispiel MDMA, Amphetamine oder Kokain können die Schleimhäute austrocknen. Dadurch steigt das Risiko, dass Kondome reißen oder Sex unangenehm oder sogar schmerzhaft wird. Wasser- oder silikonbasierte Gleitmittel können helfen. ACHTUNG: Ölbasiertes Gleitmittel niemals mit Latexkondomen zusammen anwenden! Das Öl wirkt bei Latex wie ein Lösungsmittel. Das Gummi wird sofort porös, dehnbar und reißt.
  • Längerer Sex kann Kondome stärker belasten. Wechsle sie bei Bedarf mindestens alle 30 Minuten und nach jedem Samenerguss.
  • Bei Beschwerden wie Brennen, Juckreiz, ungewöhnlichem Ausfluss oder Schmerzen solltest du dich ärztlich untersuchen lassen.
  • Informiere dich über gefährliche Wechselwirkungen verschiedener Substanzen und Medikamente. Besonders riskant sind beispielsweise die Kombination von Poppers und Viagra oder GHB/GBL mit HIV-Medikamenten. Diese Kombinationen können im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein.

Wenn Grenzen überschritten wurden

  • Die Verantwortung für einen sexuellen Übergriff trägt immer die Person, die den Übergriff begeht, niemals die betroffene Person. Alkohol oder andere Drogen sind keine Entschuldigung für sexualisierte Gewalt.

  • Wenn du nach einer Situation unsicher bist oder einen sexuellen Übergriff erlebt hast:

    • Hole dir Unterstützung bei einer Vertrauensperson oder einer Beratungsstelle.
    • Wenn möglich, verzichte vor einer medizinischen Untersuchung auf Duschen, Baden, Zähneputzen oder das Wechseln der Kleidung, damit mögliche Spuren gesichert werden können. (Falls du dies bereits getan hast, bedeutet das NICHT, dass eine Untersuchung oder Beratung keinen Sinn mehr hat).
    • Du entscheidest selbst, ob und wann du eine Anzeige erstatten möchtest. Eine medizinische Untersuchung und Spurensicherung sind in vielen Fällen auch ohne sofortige Anzeige möglich.
    • Wenn du nicht sofort zu einer Untersuchung möchtest kann es sinnvoll sein, die Kleidung und Unterwäsche ungewaschen in einem sauberen Papierbeutel (nicht Plastik!) aufzubewahren.
  • Niemand muss mit einer solchen Erfahrung alleine bleiben. Unterstützung und Beratung sind vertraulich und können helfen, die nächsten Schritte in deinem eigenen Tempo zu gehen.

Weiterführende Unterstützungsangebote

  • Verein Frauen gegen VerGEWALTigung
    Sonnenburgstraße 5
    6020 Innsbruck
    +43 512 574416
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  • Zentrum Sexuelle Gesundheit Tirol
    Kaiser-Josef-Straße 13
    6020 Innsbruck
    +43 512 563621
    Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.


  • Gewaltschutzzentrum Tirol
    Maria-Theresien-Straße 42a
    6020 Innsbruck
    +43 512 57 13 13
    Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.


  • Kompetenzzentrum - Gewaltambulanz

    tirol kliniken 
    Anichstraße 35
    6020 Innsbruck
    Haus 12
    Erdgeschoss
    +43 50 504 24024
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